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THEMA: Das alte Ich zu Grabe tragen

Das alte Ich zu Grabe tragen 2 Jahre 6 Monate her #96

Manchmal gilt es das alte Ich zu Grabe zu tragen, es abzulegen, wie ein zu eng gewordenes Kleid, um dann aufzuerstehen in einem neuen Kleid, in einem neuen Erleben, das den Zauber des Anfangs in sich trägt. Ein prozesshaftes Geschehen, das den physischen Tod nicht bedingt, doch in hohem Maße dem Erleben vieler Wesen beim physischen Tod entspricht.

Es ist eine Art von Reinigung, ein Sich Entledigen erstarrter Strukturen, ein Verlassen des Gefängnisses gewohnheitsmässiger Wiederholung alten Schmerzes- ein Heraustreten aus dem Bekannten, mit dem Mut sich aufzulösen im Formlosen und sich neu zu erfinden, zu schöpfen, bzw geschöpft zu werden, nach Gesetzmässigkeiten, die deiner Wahrnehmung entspringen und ihr entsprechen. Es ist der heilige Tanz des Gefühls mit dem Mental, der unsichtbar die Struktur des neuen Kleides webt, eine Ausrichtung auf Qualitäten, die in ihrer reinsten Form erfahren werden wollen. Es ist ein Zulassen einer Geburt, sondern aus dem Ungeoffenbarten direkt, Erlebenden und Erleben hervorbringt.

Wie erkenne ich, wann es soweit ist, magst du fragen. Du erkennst es an einer gewissen Erschöpfung, an einer vollkommenen Perspektivenlosigkeit, du erkennst es daran, wenn du im Überfluss zu verhungern drohst, oder unter äusseren Gegebenheiten zu ersticken. Du erkennst es, wenn du an einem Punkt des Innehaltens nicht mehr das Äussere für deine Befindlichkeit verantwortlich machen kannst und du das Gefühl hast, dir am liebsten die Haut vom Leib zu reissen, oder dir den Kopf abzuschlagen, dass er aufhört zu denken, oder dir das Herz rausreissen willst, damit es aufhört weh zu tun. Wenn du das Gefühl hast lebendig tot zu sein und du dich ohnmächtig fühlst, aus eigenem Vermögen deine Erlebensqualität zu verändern..

Immer dann reicht dir der Tod der bekannten Bewältigungsstrategien, der Tod des dir vertrauten Ich-Konzepts die Hand und flüstert leise: Lass dich fallen, ergib dich mir. In mir und durch mich ist das Leben, das du suchst und das dich sucht. Dieser Tod hat viele Gesichter.. Fürchte dich nicht und ergib dich in Liebe dem Sterben, um neu zu werden.

Ich begann den Text mit: Manchmal gilt es das alte Ich zu Grabe zu tragen und tatsächlich wird es einigen wenigen eine einmalige oder manchmalige Erfahrung sein, bewusst im Körper zu sterben und geboren zu werden...und das ist schon unendlich viel. Nun stellt euch vor, das "manchmal" wäre jedes Jetzt....jedes Jetzt kann ein Sterben aus dem dir Bekannten sein und in diesem Tod ist die Geburt deines Seins in einer immer sich wandelnden Wahrnehmung dessen was ist. Du selbst aber bist der Fluss, die Quelle und das Meer..Es ist das Ankommen im Nichtankommen, das stete Stirb und Werde, das dich eine Geborgenheit erfahren lässt ausserhalb von Standpunkten. Sobald du den Wandel mit offenem Herzen willkommen heisst, auch Tod und Schmerz annehmen kannst, indem du ihnen keinen Widerstand entgegensetzt, verlässt du die Illusion der Endlichkeit, und erfährst in diesem steten Wandel die Unendlichkeit deines ewigen Selbsts.
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