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Gedichte

STIMMEN DER NACHT II

STIMMEN DER NACHT II


Nacht bricht an

und lauter rauschen 

die Wipfel im Wind.

Die Bäume ragen schwarz

in den Himmel.

Dunkelheit legt sich 

über das feuchte Gras.

Laub fällt, vom Winde bewegt

und rollt auf steinigem Grund,

ein Rascheln, ein Zittern,

es kommt nicht zur Ruh'.

Enger wird der Blick

in der Dunkelheit.

Das Nächste wird gross,

das Weite fern 

Mein Herz aber bebt.

Schatten brechen hervor,

Angst steigt auf.

"Was fürchtest du?"

fragt eine Stimme. 

"Bist du nicht Licht?"

"Ja, ich bin Licht"

antworte ich,

doch noch immer

schlägt mir das Herz 

bis zum Hals.

"Bist du nicht Dunkelheit?"

fragt nun die Stimme.

Ich zögere 

und doch sage ich:

"Ja, ich bin Dunkelheit"

Mein Atem beruhigt sich.

Das Laub liegt nun still,

als hätte es 

seine Heimat gefunden.

Stille breitet 

sich aus in mir

Stille und Ewigkeit.

Nacht ist's und lauter

singen die Seelen 

von Ganzheit.

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