HOFFNUNG
Im tiefsten Abgrund noch
wo die Hoffnung
wie ein verwundeter Vogel
Zuflucht sucht
in einem Loch in der steilen Felswand
weil sie die Höhe der Schlucht
fliegend nicht überwinden kann
atmet sie.
Es pocht ihr Herzschlag
und zitternd hört sie den Ruf des Lichts.
Ihre Flügel sind lahm
und lange Zeit verbringt sie
im Dunkeln.
Etwas nährt sie
von innen heraus
auch wenn die äusseren Umstände
aussichtslos scheinen und schwer.
Sie weiss nicht
ob sie je wieder fliegen kann,
doch ist da ein Glimmen in ihr
ein Glühen,
vom mutigen Herzen genährt
das Wege findet
selbst den Fels zu durchdringen.
Selbst wenn sie stirbt
ist in ihrem Tod noch ein Wissen um Gnade.
Und diese Gewissheit lässt sie auferstehen
immer und immer wieder.
Manche glauben die Hoffnung sei verwerflich
weil sie für Gegebenes blind scheint
und doch ist die Hoffnung eine der Kräfte
die Wege findet
heraus aus dem Labyrinth der Gedanken,
die Wirklichkeit einzementieren
ihrer Erfahrung gemäss.
Und selbst wenn sie 1000 Untergänge gesehen hätte,
1000 mal die Angst und der Wille zur Macht
die Liebe übertönt hätten,
würde sie immer die Möglichkeit wahren,
dass es diesesmal anders ist..