Wie oft begegnet uns die Liebe in Form eines Menschen,der
unser Herz berührt, und wir tun alles Erdenkliche diesen
Menschen zu halten, ans Kreuz zu nageln, hätt ich fast
gesagt, als sei er die einzige Gewähr, diese Liebe auch
weiterhin zu erfahren und so uns selbst. Wie oft nun mag
dieser Mensch ein Instrument einer allgewaltigen,
unermesslichen Liebe sein, die wir gerufen haben, ersehnt
und wir verwechseln das Instrument mit der Liebe selbst. Wir
wählen die Verkürzung, die Endstation , indem wir die Liebe
an diesem Menschen anbinden und den Rest unseres Lebens in
Angst verbringen, diesen einen Menschen zu verlieren. Und so
beginnt die Gefangenschaft, für uns selbst und den anderen.
Wie oft sagen oder denken wir :Ich brauche dich, in Wahrheit
meinend ich brauche dich, um mich selbst zu spüren, damit du
mir all das gibst, was ich selbst mir nicht geben kann und
wie oft weichen wir zurück, unverstanden und allein, wenn
dieser andere Mensch dann sagt: Nein,nein ich entspreche
nicht der Form, die du für mich vorgesehen hast, ich habe
andere Träume...Vielleicht aber träumt dieser Mensch auch
von der Freiheit zu sein, jenseits jeglicher Form, oder aber
nur einmal in seinem Leben diesen Punkt der Freiheit zu
erreichen, jenseits von Abhängigkeit...
vielleicht auch ist jenes Sehnen, das wir immer
wieder spüren ein Sehnen, nach genau jener Freiheit und
diese hat bestimmt nichts mit Einsamkeit zu tun,Stellt euch
vor , ihr hättet diesen Punkt erreicht in euch selbst. Ihr
hättet alle Angst verloren und jegliches Mitleid(nicht zu
verwechseln mit Mitgefühl), jede Vorstellung von Schuld oder
Scham, jede Wunde in Liebe angenommen....wie würden dann
eure Beziehungen aussehen? Würdet ihr nach wie vor jemanden
zu brauchen meinen, um die innere Leere auszufüllen,um euch
geliebt zu fühlen, geachtet und gesehen ? Oder würdet ihr
nicht viel mehr zu teilen wünschen, was euch entspringt.
Wäre da nicht eine unendliche Freude Tag für Tag , Moment
für Moment einen geliebten Menschen zu erblicken, der so wie
ihr, es frei gewählt hat, mit euch zu teilen, sich mit zu
teilen ,sich in Liebe zu schenken, so wie ihr euch in Liebe
schenkt, ohne dabei die Winde zu vermessen oder zu rechnen,
wieviel ihr da zurückbekommt....ich glaube wahre Liebe kann
nur auf Freiheit beruhen..auf der absoluten Freiheit sich
selbst zu achten, zu ehren, zu lieben und anzuerkennen, auf
der Freiheit zu wachsen, zu staunen und sich überraschen zu
lassen und auf dem Vertrauen in sich selbst und in die
Liebe.Und es mag sein, dass du in deiner Freiheit einen
Menschen liebst, der nicht die Freiheit kennt und es
unmöglich ist, mit ihm diese Freiheit zu leben. Sei dankbar,
denn du erfährst Liebe und wenn du es möchtest,und er es wünscht,
kannst du ihm die Hand reichen und ihn zu seiner Freiheit führen.
Und es kann sein, dass du einen Menschen liebst aus deiner
Unfreiheit heraus, der frei ist und wie ein Ertrinkender
streckst du ihm die Hand entgegen und möchtest ihn
halten, möchtest dich ihm schenken. Du wünscht von ihm, dir
in deine Unfreiheit zu folgen, doch der freie Mensch hat die
Wahl . Vielleicht kommt er dir ein paar Schritte entgegen ,
doch wird er sich dem Druck deiner Hand entziehen, die ihn
halten will in einem Traum, der nicht der Freiheit
entspringt..denn schenken kannst du dich nur der
Liebe......wahre Liebe kann sich nur in Freiheit offenbaren
und dann ist sie so selbstverständlich wie atmen oder
schlafen. Was gibt es Schöneres, als nach 2,5,10,30, 60 gemeinsamen
Jahren, jeden Tag wieder beglückt zu sein über die
Anwesenheit eines Menschen, an deiner Seite, der da ist,
weil er nicht anders kann, weil seine Seele dich wählt, jeden
Tag wieder, jede Sekunde, jede Stunde und nicht da ist, weil
er ein Versprechen hält, das er dir gab, nicht da ist, weil
ein Vertrag euch bindet, nicht da ist, weil er dich zu
brauchen glaubt, der da ist, weil es ihm sein Herz
gebietet....Ich fühle, dass eine Zeit angebrochen ist, die
nach dieser Freiheit verlangt. Es ist eine Zeit, wo es die
eigene Seele nicht mehr erlaubt verleugnet zu werden von
Angst, Mitleid, falscher Zufriedenheit, Bequemlichkeit und
Konstrukten wie Schuld....Es ist eine
Zeit, in der alle Strukturen, die nicht auf Liebe und
Wahrhaftigkeit seinem Sein gegenüber beruhen, zerbrechen
werden und wir sind jetzt im Übergang..Vieles haben wir
angehäuft: Dinge, Menschen, Beziehungen die uns umgeben,
vielleicht auch belasten, doch sind wir der Abhängigkeit
gefolgt in den Jahren zuvor und jetzt : Das grosse
Erwachen....was jetzt, was tun mit all den Dingen, Menschen
und Beziehungen, die diesem erwachendem Selbst nicht mehr
entsprechen? Was tun mit den eingegangenen Verpflichtungen,
was tun mit der ausgesprochenen und unausgesprochenen
Verantwortung dem Partner, den Kindern, der Gesellschaft
gegenüber...was tun ? Was tun, wenn die Angst zu verletzen
grösser ist als der Wunsch nach Authentizität, was tun wenn
die Kluft zwischem gefühltem Sehnen und dem Alltag einen
Spalt in dich treibt....was tust du dann und wie frei bist
du in diesem Moment dem Ruf der Liebe zu folgen..wie frei
dich dem Ruf hinzugeben, ohne den Ausgang zu kennen, ohne
überhaupt an einen Ausgang zu denken ? Wie bereit bist du
innerlich frei zu sein , um eine Liebe zu erfahren , die
sich an nichts mehr klammert , die sich selbst genügt und
doch sich potenziert und im Leben erfüllt wenn sie auf
dieselbe Liebe trifft....WIE FREI BIST DU ?
Ps: Wie sieht deine Freiheit aus, wie wichtig ist dir der Wunsch frei zu sein , bewusst, um vielleicht auch in deiner Freiheit den Wunsch oder die Notwendigkeit zu verspüren sie in der sogenannten Unfreiheit zu erkennen